Einer der das alte Handwerk noch erlernen durfte.

Als kleiner Junge waren Maschinen für mich schon eine Begeisterung. Früh konnte ich schon erlernen wie man mit Maschinen und Motoren umgeht und diese beherrschen kann. Was man beachten muss und was man nicht machen sollte.

Auch wenn es aus mancher Sicht heute nur langweile Traktoren waren. Es war interessant! Und so blieb es nicht aus das ich bereits vor der Lehre in den Ferien unentgeltlich in meinem späteren Lehrbetrieb mitwirken durfte. Einem Landmaschinenbetrieb mit einem Meister, einem Gesellen und einen Lehrling.

Ein richtiger Handwerksbetrieb wo der Meister noch kurz nach dem Kriege gelernt hatte. In einer Zeit wo man nicht alles bestellen oder kaufen konnte. Und so wurde Tag für Tag angefertigt was man selber herstellen konnte. Angefangen von Pleuellagern, Schwungmassen, Dichtungen oder nur das richten von Kurbelwellen unter der Presse. Welche Öle haben welchen Flammpunkt und Viskosität. Wie kann man beurteilen und prüfen ob ein Motor richtig läuft? Wie schleift man eine Kurbelwelle auch von Hand. Was ist Vorspannung am Pleullager?

All das kann man heute nicht mehr lernen. Meine tägliche Arbeit war es unter anderem Motoren zu überholen. Zu zerlegen, zu reinigen, zu prüfen und wieder zusammen zu bauen und einzustellen. Sowie Probefahrten durchzuführen. Und so lernte ich wieder worauf es ankommt und welche Prüftechniken und Fähigkeiten man beherrschen muss um Qualität zu liefern.

Sich mit der Sache selbst und eigenverantwortlich auseinander zu setzen und für den Kunden das bestmögliche zu leisten. So baut man ein Wissen auf.

Die Arbeit von Grund auf und grundlegend zu beherrschen und sich damit auseinander zu setzen. Das habe ich aus meinem Lehrbetrieb mitgenommen.

Dies war dann stets mein Vorteil im späteren KFZ-Handwerk. Die Fachtheorie meiner Techniker- Meisterprüfung bestand ich mit Note zwei. In der Praxis hatte ich einen eingebauten elektronischen Fehler mit dem Gehör erkannt und direkt den richtigen Ansatz gehabt.

Nicht nur Teile tauschen sondern schauen wie man sie prüft oder repariert. Dass ist das interessante an unserem Beruf. Auch in der heutigen Zeit.